Volkstrauertag

 

Am Volkstrauertag 2017 gestalteten wir als Projektkurs in Kooperation mit dem „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ die zentrale städtische Feier dieses stillen Gedenktages.
Seit nunmehr drei Jahren wird die jeweilige Feier maßgeblich von Schülerinnen und Schülern Bochumer Gymnasien geplant und durchgeführt. In diesem Jahr stellten sowohl der Ort, als auch die im Mittelpunkt stehenden Toten eine Besonderheit dar. Erstmalig wurde explizit 307 sowjetischer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gedacht, die während des Nationalsozialismus durch Bomben, Krankheit oder unmenschliche Bedingungen, unter denen sie in Bochum leben mussten, zu Tode kamen.

Der 1926 als staatlicher Gedenktag eingeführte Volkstrauertag dient dem Gedenken der Opfer von Krieg, Gewalt, Terrorismus und politischer Verfolgung.
Mehrheitlich wurden in den vergangenen 90 Jahren jedoch sich immer wiederholende Kranzniederlegungen zu Ehren der gefallenen deutschen Soldaten vollzogen.
Durch die sehr individuelle Vorbereitung schufen wir eine neue Form des Gedenkens und veränderten die Erinnerungskultur in Bochum.
Einzelne Schicksale der Opfer der nationalsozialistischen Zwangsherrschaft wurden recherchiert und jedem der 307 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen wurde sein/ihr Name zurückgegeben.
Aus Respekt für die Opferwurde auf das Abspielen der deutschen Nationalhymne verzichtet.

Die Umgestaltung des Gedenkakts und die neue inhaltliche Ausrichtung stehen für eine Reformierung der deutschen Erinnerungskultur.
Wenn Zeitzeuginnen und Zeitzeugen nicht mehr persönlich über ihr Erlebtes berichten können, ist es in unserer Verantwortung als Nachkommen, den Schicksalen der Opfer Gehör zu verschaffen und somit zur Aussöhnung zwischen den Nachkommen der Opfer und Täterinnen und Täter beizutragen.
Die Bochumer Presse berichtete durchweg positiv über diese Neuausrichtung.

https://www.waz.de/staedte/bochum/schueler-gestalten-den-volkstrauertag-konkret-mit-id212553703.html
https://www.waz.de/staedte/bochum/stilles-gedenken-an-die-opfer-von-krieg-und-gewalt-id212588731.html